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Klagen - eine Sprachmöglichkeit im Angesicht von Sterben, Tod und Trauer

Schwerstkranke Menschen und ihre trauernden Angehörigen erleben körperliche und seelische Not. Im Angesicht dieser Erfahrungen von Leid „zerbricht die Sprache" (Hildegund Keul), werden unsere Worte oft leer und ohnmächtig.

Inhalte

Die Klage ist eine Sprachform, die sich dieser Sprachlosigkeit in Sterben und Trauer widersetzt. Beispielhaft dafür sind die alttestamentlichen Klagepsalmen. In ihnen bringt der betende Mensch sein Leid und seine Verzweiflung zum Ausdruck - in der Klage vor Gott und in der Anklage Gottes: „Mein Gott, warum hast du mich verlassen ..." (Ps 22,2).

Klagen ist aber nicht jammern. Während sich ein jammernder Mensch verloren gibt und verzweifelt, bringt der Klagende seine Not zum Ausdruck und hält hartnäckig an der Hoffnung auf eine äußere oder innere Wandlung fest. Klagen ist ein Ausdruck der Selbstbehauptung im Leid und kann in der Not Sinn stiften und Halt geben.

Die Klage bietet in der Begleitung Sterbender und Trauernder die Möglichkeit, eine Sprache für das erlittene Leid zu finden. Sie stärkt somit das Gefühl der Selbstwirksamkeit und gibt dadurch Halt in der Haltlosigkeit. Dabei beschränkt sich die Klage nicht nur auf das Gebet. Sie findet ihren Ausdruck auch in Gedichten, Texten, Liedern, Bildern und Gesprächen.

Ziele u. Arbeitsweg

  • Vermittlung von Grundwissen über die Sprachform „Klage" am Beispiel der biblischen Klagepsalmen
  • Kennenlernen unterschiedlicher Ausdrucksformen von Klage
  • Übung des Ausdrucks der eigenen Klage
  • Erarbeitung von Umsetzungsmöglichkeiten in der Begleitung Sterbender und Trauernder
  • Methoden: Vortrag, Diskussion, Selbsterfahrung, Gruppenarbeit

Zielgruppe

Hospizbegleiter, Trauerbegleiter, Pflegekräfte, alle Interessierte

Termin

Samstag, 04. Dezember 2021, 9.00 - 16.30 Uhr

Anmeldung: bis 24. November 2021

Kursgebühr

98,-- Euro

Leitung

Dr. Martin Weiß, Theologe, Lebens- und Organisationsberater, Ethikdozent in der Pflegeausbildung, Transaktionsanalytischer Berater (DGTA), Systemischer Berater (IWSP)

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