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Wieviel Tod verträgt ein Team?

Vor über 25 Jahren haben sich in Deutschland die Hospizidee und Palliativmedizin etabliert. Nach Aussagen des Dt. Hospiz- und Palliativverbandes sterben jährlich rund 21 000 Menschen in stationären Hospizen. Palliativstationen umsorgen über 200 schwerstkranke Patienten.

Inhalte

Auch in anderen Einrichtungen findet viel Sterben statt, man nenne da nur beispielhaft die Intensiv- und Notfallstationen, die Onkologien und vor allem die Altenpflegeheime. Doch die Ausschließlichkeit der Fokussierung auf das Lebensende ist nur im oben genannten Feld zu finden. Hier werden ohne Ausnahme Patienten behandelt und begleitet, deren Lebenserwartung absehbar begrenzt ist. In allen Maßnahmen ist das nahende Sterben das Thema, um das sich - ausgesprochen oder nicht - alles dreht. Der Tod geht immer mit, muss bearbeitet und ausgehalten werden. Dissertationen beschäftigen sich mit dem „ansteckenden Tod" und Haupt- und Ehrenamtler in diesem Feld sind sich bewusst, dass wer hier arbeitet, „sich in einem vom Tod kontaminierten sozialen Raum bewegt."(Salis-Groß)

Nach fast 30 Jahren Tätigsein in diesem Raum teilen wir mit zahlreichen Kollegen die Frage, wie viel Auseinandersetzung mit Sterben, Tod und Trauer (v)erträglich ist. Es geht sicher nicht darum, ob das Thema grundsätzlich bekömmlich ist, sondern darum, wie man ohne Schaden tagtäglich darin arbeiten und die oft zitierte Lebensqualität für sich selbst erhalten oder wiederherstellen kann.

Ziele und Arbeitsweg

Das Tagesseminar will darüber Austausch vermitteln und gleichzeitig auch Denkanstöße geben, mit den besonderen Belastungen umzugehen. Es geht um Umdenken, Umbenennen und um neue Handlungsoptionen.

Dies geschieht methodisch durch Übungen in Kleingruppen, Rundgespräche im Plenum und Vortragsimpulse.

Zielgruppe

Menschen, die haupt- und ehrenamtlich mit Begleitung und Behandlung sterbender Menschen zu tun haben

Termin

Donnerstag, 26. September 2019, 09.00 - 17.00 Uhr

Anmeldung: bis 29. August 2019

Kursgebühr

139,-- Euro

Leitung

Monika Müller, M.A., Philosophin, Pädagogin, Therapeutin für integrative Verfahren, Supervisorin, Sachbuchautorin

Martina Kern, Gesundheits- und Krankenpflegerin, Case Managerin DGCC Leiterin Zentrum für Palliativmedizin, Malteser Krankenhaus Bonn/Rhein-Sieg.

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